Zwei historische Daten der Zeit der Teilung

Zwei historische Daten der Zeit der Teilung

Am 25. Novem­ber ver­mit­tel­te unse­re Refe­ren­tin Lisa Bei­sel jun­gen Geflüch­te­ten in Ber­lin Grund­la­gen­wis­sen zur deut­schen Geschich­te von 1945 bis 1990. Bei Ver­mitt­lung der Inhal­te über die Zeit des geteil­ten Deutsch­lands steht es außer Fra­ge, sich zunächst mit den bei­den neben­ein­an­der exis­tie­ren­den, doch völ­lig gegen­sätz­li­chen Sys­te­men – Demo­kra­tie und Dik­ta­tur – aus­ein­an­der­zu­set­zen. In klei­nen Dis­kus­si­ons­grup­pen tausch­ten sich die Jugend­li­chen über den Wert demo­kra­ti­scher Grund­rech­te aus und setz­ten sich eben­so mit den Kon­se­quen­zen für die Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner eines Staa­tes aus­ein­an­der, wenn ihnen eben die­se Rech­te ver­wehrt wer­den. In der Dis­kus­si­on schlos­sen die Jugend­li­chen oft­mals Rück­schlüs­se auf eige­ne Erfah­run­gen in ihren Hei­mat­län­dern. Demons­tra­tio­nen gegen die Regie­rung und ihre Poli­tik oder eine Gleich­be­hand­lung im Rechts­sys­tem – für vie­le lan­ge Zeit unvor­stell­bar. Schwei­gen und nicht auf­fal­len stand für eini­ge der Jugend­li­chen lan­ge Zeit an der Tages­ord­nung. Die Frei­heit sagen zu dür­fen was sie möch­ten, kei­ne Angst vor der Poli­zei haben zu müs­sen oder das Recht auf Bil­dung zu erhal­ten wird in hohem Maße geschätzt. Letz­te­res mach­te sich durch­weg in der Begeis­te­rung und Wiss­be­gier­de, wel­che die Jugend­li­chen im Work­shop an den Tag leg­ten, bemerkbar.

 

Zum zwei­ten Mal besuch­ten wir das Haus am Check­point Char­lie, wel­ches bis heu­te sym­bol­träch­tig für die Zeit des geteil­ten Ber­lins steht. Denkt man an die­se Zeit mar­kie­ren ins­be­son­de­re zwei his­to­ri­sche Daten die Zeit der Tei­lung. (1) Der 13. August 1961: An jenem Tag rie­gel­ten rings um West-Ber­lin bewaff­ne­te Ver­bän­de der DDR die Stadt ab: Der Bau der Mau­er beginnt. (2) Der 9. Novem­ber 1989: An die­sem Tag fiel die Mau­er: Polit­bü­ro­mit­glied Gün­ter Scha­bow­ski gab den Beschluss der DDR-Regie­rung bekannt, das „Pri­vat­rei­sen nach dem Aus­land ohne Anlie­gen von Vor­aus­set­zun­gen bean­tragt wer­den“ kön­nen. Nur weni­ge Stun­den spä­ter kön­nen die Grenz­sol­da­ten den Andrang nicht mehr bewäl­ti­gen. 28 Jah­re, zwei Mona­te und 28 Tage spä­ter kön­nen sich die Men­schen aus Ost und West end­lich wie­der in die Arme schlie­ßen. Das Mau­er­mu­se­um am Check­point Char­lie unter­streicht die Gescheh­nis­se mit ihrer Aus­stel­lung und zeich­net die Ent­wick­lung der Grenz­si­cher­heits­sys­tems, von den ers­ten Hohl­block­stei­nen bis zur Mau­er der vier­ten Genera­ti­on, die mit ihren L‑förmigen Seg­men­ten zur längs­ten Beton-Lein­wand der Welt wurde.