Auftaktveranstaltung „Entdecken“: Orte des Erinnerns

Berlin 22.10.2020

Auftaktveranstaltung „Entdecken“: Orte des Erinnerns

Heim­spiel zum Auf­takt unse­res Teil­pro­jekts „Ent­de­cken“! Zusam­men mit Beli­sa Zeval­los Guar­niz, Sozi­al­ar­bei­te­rin beim Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst des Cari­tas­ver­bands für das Erz­bis­tum Ber­lin e. V., hat­ten wir jun­ge Geflüch­te­te, die in Straus­berg (Bran­den­burg) und Umge­bung leben, am 22. Okto­ber zu uns nach Ber­lin ein­ge­la­den. Bei schö­nem Herbst­wet­ter waren die jun­gen Erwach­se­nen begeis­tert bei der Sache und vol­ler Neu­gier, mehr über die Ver­gan­gen­heit Deutsch­lands zu erfah­ren. Der the­ma­ti­sche Schwer­punkt des Pro­jekt­ta­ges lag auf der deut­schen Geschich­ten von 1918 bis 1945. Dabei stell­ten die Teil­neh­men­den oft tages­po­li­ti­sche Bezü­ge her und hin­ter­frag­ten vie­le Ent­wick­lun­gen anhand eige­ner Erfah­run­gen, die sie auf ihrer Flucht und nach Ankunft in Deutsch­land erleb­ten. In der Dis­kus­si­on um die Funk­ti­on und Bedeu­tung von Gewal­ten­tei­lung, kam bei­spiels­wei­se die Fra­ge auf, wer eigent­lich in der Bun­des­re­pu­blik die Poli­zei kon­trol­lie­ren wür­de. Schlag­zei­len über rechts­ex­tre­me Netz­wer­ke oder über Poli­zei­ge­walt, gegen die sich bspw. die Black-Lives-Mat­ter-Demons­tra­tio­nen rich­ten, führ­ten zu kri­ti­schen Nach­fra­gen. Sie berich­te­ten über ihre nega­ti­ven Erfah­run­gen mit der Poli­zei in Grie­chen­land oder in ihren Her­kunfts­län­dern (u. a. Syri­en, Afgha­ni­stan oder Eri­trea). Als Lisa Bei­sel über die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ver­gan­gen­heit Deutsch­lands und die Unter­drü­ckung, Ver­fol­gung und Ermor­dung von Min­der­hei­ten refe­rier­te, hör­ten die Teil­neh­men­den gebannt zu. Alle waren sich einig, die­se Geschich­te dür­fe nicht ver­ges­sen wer­den. Doch wie erin­nert man sich in Deutsch­land an die­se schreck­li­chen Taten? Beim his­to­ri­schen Stadt­spa­zier­gang, gelei­tet von der Stif­tung Denk­mal der ermor­de­ten Juden in Euro­pa, gin­gen wir die­ser Fra­ge nach. Vom Holo­caust-Denk­mal aus durch den Tier­gar­ten bis zum Gedenk­ort für „Euthanasie“-Opfer schau­ten wir uns vie­le Denk­mä­ler an, die an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus erin­nern. Die jun­gen Teil­neh­men­den waren über­rascht, dass die­se Denk­mä­ler erst weni­ge Jah­re alt sind. Dadurch wur­de auch deut­lich, dass die Auf­ar­bei­tung der Geschich­te noch lan­ge nicht abge­schlos­sen ist. Alleith Zarz­ou­ri mein­te: „Man lernt auch viel von der Geschich­te, dass man in Zukunft nicht so vie­le Feh­ler macht.“ Und Ain Alya­kia Zarz­ou­ri ergänz­te: „Ich wür­de mei­nen Freun­den emp­feh­len, dass sie jetzt die­sen Aus­flug machen, um mehr Infor­ma­tio­nen über Deutsch­land zu bekom­men.“ Unse­re jun­gen Teil­neh­men­den stan­den übri­gens auch für uns vor der Kame­ra. Und wer dar­an inter­es­siert ist, mehr Bil­der von ihrer his­to­ri­schen Spu­ren­su­che in Ber­lin zu sehen, der muss sich noch etwas gedul­den. Erst Ende des Jah­res fei­ert der Image­film zu unse­rem Pro­jekt Premiere.